10 Jahre Neue Jazzinitiative Celle

Am 19. Februar 2006 feierte die Neue Jazzinitiative Celle ihr 10 jähriges Jubiläum.Hier einige Eindrücke von der Veranstaltung - der Bericht steht weiter unten.

Der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Gunter A. Pilz bei der Eröffnungsansprache vor vollem Haus.

Die Neue Jazzinitiative Celle dankt allen Gästen für ihren Besuch.

Die Rhythmusgruppe “Stick Connection” unter der Leitung von Jörg Rossmann eröffnete den musikalischen Teil der Jubiläumsveranstaltung.

Die Dixie-Formation des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums: “Allertown Stompers” unter der Leitung von Rudolf Markfort (Piano).

Die Blues Serenaders unter der Leitung von Wolfgang Heidenreich (Trompete u. Horn). Nicht im Bild Curt Prina (Piano).

Melanie Germain - ein Name, den man sich merken sollte ...

Curt Prina                                                                 H. Kuhlmann

Horst Wagner                                                     Wolfgang Heidenreich

Klaus Heidenreich                                                            Pit Müller

BEGEISTERTE  RESONANZ  FÜR STIMMTALENT MELANIE GERMAIN  UND CELLER BANDS

Große Jazzgemeinde feierte Zehnjähriges der Neuen Jazzinitiative mit  Jazz ohne Ende

 

Von Traute Klippel-Hißbach

 

Bombenstimmung herrschte im proppenvollen Kreistagssaal, als die  Neue Jazzinitiative Celle (NJIC) ihr zehnjähriges Bestehen mit einem ausgedehnten Jazzfrühschoppen feierte, bei dem man vier Stunden nicht auf die Uhr sah. Denn bis zur  letzten Minute fesselten  Stick Connection, Allertown Stompers und Blues Serenaders,  oft und gern gehörte Akteure bei  vergangenen Veranstaltungen, auch diesmal die Zuhörer  mit Jazz ohne Ende. Als wahrer Festtagsknüller erwies sich dabei  die junge Sängerin Melanie  Anne Germain aus Hamburg mit ihrer  aussagekräftigen Stimme.

 

CELLE. Mit reichlich Bildmaterial  ließ 1.Vorsitzender Prof. Dr. Gunter Pilz noch einmal ausführlich eine Dekade ebenso erfolgreicher wie auch mühsamer Vereinsarbeit  Revue passieren.  Diese sei vom Fachbereich Kultur, dem Landkreis, etlichen Sponsoren , den Musikern, dem NDR und vielen Ehrenamtlichen mit getragen worden, denen nun auch seine Dankesworte galten.  Dabei hob er  noch einmal die Zielsetzung der  NJIC hervor,  sich besonders der Förderung von Jugendbands, heimischen Jazzbands und  Big Band  zu widmen, verhehlte aber auch nicht die zunehmenden Schwierigkeiten in Form von finanziellen Engpässen und Mangel an aktivem Nachwuchs. Größter Wunsch bleibe die notwendige Finanzspritze zur Erhaltung des Sorgenkindes Jugendjazztag, das im knappen Budget bedenklich zu Buche schlage.

   Die dunklen Wolken waren aber wie weggeblasen, als Jörg Roßmanns Stick Connection mit gepfefferter Rhythmuspower furios ins musikalische Programm einstieg und das Publikum gleich zu Anfang  aus der Reserve lockte. Auch die  „Allertown Stompers“ vom KAV-Gymnasium unter Rudi Markfort (Piano)  konnten sich mit flottem Dixieland wie „Hello Dolly“ oder „Basin Street“ und wechselnden Instrumental-Soli die allseitigen Sympathien erwerben und  ordentlich  Bravo-Rufe einheimsen. Neben der  mit Tuba (Mike Riggers), Banjo (Ingo Stahl), Klarinette (Timo Kinzel), Trompete (Anna Kausche), Saxofon (Tina Neumann) und Posaune (Klaus Heidenreich) bestückten Band    gebührte ein Extra-Applaus dem  kurzfristig eingesprungen Philipp Dornbusch, der seinen  Part am Schlagzeug unerschrocken und mit Bravour gemeistert hat.

   Mit Schwung und Pepp zeigten sich die Blues Serenaders   – als Hausband der NJIC apostrophiert -  als Könner von großer Klasse.  Die „Altherrenriege“ um Wolfgang Heidenreich als Bandleader  (Trompete), Horst Wagner mit seinen  Super-Bass-Soli , Pit Müller an seinen großen und kleineren Saxofonen, oder  Klaus Fuhrmann mit gut dosiertem Schlagzeugeinsatz sowie das junge Posaunentalent Klaus Heidenreich , die sich seit einiger Zeit mit dem Schweizer Altstar Curt Prina am  Piano schmückt, konnte sich hier nochmals toppen: mit der Hamburger  Melanie Anne Germain haben sie eine hinreißende Sängerin aufgetan, die sich schon  mit dem ersten Ton als besondere Verheißung offenbarte. Mit warmen dunklen Tiefen , weichem  Schmelz und Vibrato in einer Stimme, die mühelos mehrere Oktaven umspannt,  erwies sich die junge Sängerin als absolutes Talent.  Der Auftritt war zudem geprägt von  der ausgezeichneten Interaktion mit einer Band, die  sich sehr sensibel mal zu behutsam untermalender Begleitung zurücknahm, um dann auch wieder hervorzutreten  mit meisterlichen  Passagen : einem Duett gleich das parallele Ansteigen und Abfallen der Posaune im Einklang mit der Singstimme (My funny Valentine) oder das sehr empfindsame Vorspiel zu „Summertime“ mit dem  Bariton-Saxofon. „Jazz lebt vom Kontakt mit dem Publikum und von dem wird man hier als Musiker sehr geschätzt“, konstatierte Wolfgang Heidenreich. Daran liess das Publikum absolut keinen Zweifel aufkommen, indem es das exquisite Repertoire  und  die excellenten Akteure mit stets neu aufbrandendem Applaus honorierte und auch nach vier Stunden noch ungebrochen begeisterungsfähig schien.